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Kleiner Berg mit großer Geschichte

Unmittelbar nordöstlich der Frauenburg bildet der Nahekopf mit 424m eine "herausragende" Stellung über dem Nahetal.

Auf seiner Kuppe befindet sich ein ca. 3 Hektar großes leicht terassenartiges Plateau. Die nach 3 Seiten steil herabfallenden, fast unzugänglichen Hänge bieten einen natürlichen Schutz. Nur in Richtung Osten befindet sich ein schmaler Zugang der die Höhe einigermaßen leicht zugänglich macht (heute doch eher bequem).  

Alles in Allem ein idealer Platz für eine Höhenbefestigung.

Seit über 100 Jahren mache man immer wieder kleine Lesefunde; mal eine Scherbe, mal eine Münze, ein Nagel, die Hinweise auf eine Nutzung in römischer Zeit gaben.

So waren da dann auch immer wieder Spekulationen, was dort wohl einmal gewesen sein konnte.

In den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhundertes beschäftigten sich hiesige Heimatforscher näher mit dem Nahekopf und seiner Umgebung, immer wieder unterstützt von dem Rheinischen Landesmuseum in Trier.

Mitte der 90er Jahre enschloss man sich im Rahmen des Kulturerbeprojektes des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Rheinischen Landesmuseum/Trier zu einer ca. 14-tägigen Schnellgrabung um etwas mehr Licht in die Sache zu bringen.

Während dieser Grabung konnte ein Teil einer Umfassungsmauer von 1,40m Breite lokalisiert werden. Mörtelreste waren der Hinweis auf eine Mauer römischer Bauart. Keramik- und Eisenfunde konnten dies bestätigen. Konchenfunde (auch menschliche) sowie Scherben aus der Spät La-Téne Zeit (1. Jh. v. Chr.) gaben Hinweise auf eine vorrömische, keltische Nutzung.

Natürlich konnte in der Kürze dieser 1. Ausgrabung nicht festgestellt werden, was sich tatsächlich auf dem Nahekopf befand, bzw. abspielte.

Da man sich keinen Spekulationen, bzw. Fantasien hingeben wollte, wurde dann ab dem Jahr 2007 (Mitte August bis Mitte November 2007) intensiv geforscht.

Zum Einen ging es darum das Ergebnis der 1. Ausgrabung zu bestätigen, zum Anderen sollte die Toranlage genau lokalisiert und Hinweise auf eine Innenbebauung gefunden werden.

Desweitern sollte festgestellt werden, um welche Art Höhnbefestigung (Fliehburg, befestigte Siedlung) es sich hier handelte und in welche Zeit diese Anlage zu datieren ist.

Nach 3-monatiger Ausgrabung saßen die Verantwortlichen und ihre Helfer vor einem riesigen Berg Scherben (Keramik, Glas), Eisengegenstände ( Nägel, Nieten, Werkzeuge), Münzen und Steinen, auch Sandstein.

Fünf Monate dauerte die Nachbearbeitung und Auswertung der Funde.

Die Mauer konnte erneut lokalisiert werden, von der Toranlage und der Innenbebauung war noch keine Spur zu erkennen.

Dies machte eine weitere Grabung erforderlich, die von Juni bis Oktober 2008 stattfand.

In diesem Jahr stand dem Team zwar ein Monat mehr Zeit zur Verfügung, doch trotzdem war Eile geboten.

Vorhandene Schnitte wurden erweitert, neue angelegt.

Der 2007 gefundene Mauerrest wurde bis auf das Fundament freigelegt. Drei Steinreihen waren noch erhalten. Starke Störung, vor allem durch Baumwurzeln aber auch durc menschlichen Einfluss (Abräumen der Steine durch Jahrhunderte) machte die Arbeiten nicht leichter.

Äußerst erfreulich war die Tatsache, dass unterhalb des römischen Mauerfundamentes nun die keltische Vorgängerbebauung zum Vorschein kam.

Die "Ausbeute" war ähnlich groß wie im Vorjahr.

Anhand der zahlreichen römischen Münzfunde konnte eine recht genaue Datierung erfolgen. Die Masse an Keramik lässt den Schluss auf eine ständig belebte Siedlung zu. Sowohl zu keltischer als auch zu Spätantiker Zeit.

Mittlerweile waren drei Monate vergangen und noch immer kein eindeutiger Hinweis auf die Toranlage oder die römische Innenbebauung. In manchen Schnitten war man schon auf blankem Fels. Dort konnten dann Pfostenlöcher der keltischen Innenbebauung festgestellt werden.

Wie so oft bei Ausgrabungen kommt das ersehnte dann praktisch am letzten Tag zum Vorschein!

Sowohl die römische Toranlage als auch der mit mächtigen Sandsteinplatten ausgelegte Weg durch das Tor konnten freigelegt werden.

Die Grabung selbst war damit ein großer Erfolg in der Forschung um das spätantike Landleben.

Doch auch jeder Fund bringt neue Fragen mit sich, so das eine weitere Erfoschung dringend geboten ist.


Weitere Infos gibt es hier nach der Freigabe der endgültigen Auswertung.


Details über Funde, Befunde und Geschichte erfährt man bei unseren Führungen über den geheimnisvollen Nahekopf!


Beginn der Rekonstruktion: Im Jahre 2010.


Über Vorführungen, Veranstaltungen, Workshops etc informieren wir euch rechtzeitig!


Freiwillige Helfer (vorerst an den Wochenenden) melden sich hier bei uns!

 

 

 

  

 

 

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