Home
Der Nahekopf
Gräfin Loretta Weg
Die Kaiserallee
Gnadenhof Avalon
Bilder Traumschleife
Die Altburg
Bilder Altburg
Projekte/Aktionen
Reenactment
Auftragsarbeiten
Referenzen
Links
Kontakt

Die Keltensiedlung Altburg zu Bundenbach

Von 1971 bis 1975 fanden auf dem Bundenbacher Plateau unter der Leitung von Dr. Reinhard Schindler Ausgrabungen statt. 3600 Pfostengruben und ein Felsenkeller wurden freigelegt.

Verschiedene Metall-, Stein-, Keramik- und Eisenfunde wurden gemacht. Darunter unter anderem Mahlsteine, Schieferscheiben, Pfeilschaftglätter, Beile, Hämmer, Nägel, Messer, eine Herdschaufel, eine Bronzefibel und ein Armreif. All diese Stücke kann man im Rheinischen Landesmuseum in Trier betrachten.

In den 80er Jahren wurde mit Unterstützung des Rheinischen Landesmuseums Trier, Dr. Hans Nortmann, ein Teil der Keltensiedlung rekonstruiert, die Pfähle der Lehmhäuser und des Palisadenzaunes stehen in den original Löchern, wie die Holzpfähle der Häuser unserer keltischen Ahnen, die diese vor mehr als 2000 Jahren in den Schieferboden gehauen haben!

 

 Treviri Keltoi auf der Altburg

Als kleiner Junge begeisterte sich Ralf, wie viele Jungs, für die indianischen Ureinwohner. Später entdeckte er unsere eigene interessante und geheimnisvolle Vergangenheit, die ihn bis heute fasziniert.

Hier im Hunsrück, im Kreis Birkenfeld, leben wir in einer Region, die voller Geschichte ist. Fast überall findet man Zeugnisse keltischer, römischer, mittelalterlicher Kultur.

Als dann der Sironaweg geboren wurde, waren wir begeistert, doch schnell stellten wir fest, dass dieser 100km lange wunderschöne Weg, der durch traumhafte Landschaften an keltischen Ringwällen, Festungen und auch römischen Stätten entlang führt, viel zu leblos ist.

Die Idee Leben an den Sironaweg zu bringen, wurde Anfang 2005 geboren. Doch wie umsetzen? Eine Promotion Tour sollte helfen. Da es uns sehr schwer gefallen wäre, keltisch zu reisen, entschlossen wir uns dazu, eine Mittelaltertour zu unternehmen, Ziel: Das Burgbauprojekt Guedelon in Treigny, Frankreich. Dort wollten wir mit einer eigens umgebauten Kutsche nach wochenlanger Fahrt ankommen und einen Stein aus dem Kreis Birkenfeld übergeben, der in die Burg eingebaut werden sollte.

Doch die Götter hatten andere Pläne mit uns und führten uns nicht nach Frankreich sondern nur etwa dreißig Kilometer von unserem Wohnort entfernt, zur Keltensiedlung Altburg in Bundenbach.

Diese Siedlung war uns wohlbekannt, den Zerfall beobachteten wir schon lange, auch die Zerstörungen ( Reet aus den Dächern reißen, Zeichen in die Lehmwände schnitzen, Palisadenteile umstoßen) durch Jugendliche und auch Erwachsene, die mit dieser Siedlung, den leer stehenden Lehmhäusern, überhaupt nichts anfangen konnten.

Nachdem wir eine Woche vor den Toren der Altburg gelagert hatten, zogen wir in die Siedlung ein. Es war ein überwältigendes Gefühl, als wir mit Sack und Pack in Gewandung durch das Tor schritten. Wir spürten sofort, das wir genau hier richtig waren!

Gemeinsam mit Freunden, deren Herzen auch im Takt der unserer keltischen Ahnen schlagen, begannen wir mit Renovierungsarbeiten und erklärten ganz nebenbei den positiv überraschten Besuchern, keltische Geschichte.

Im Sommer 2005 lebten wir für 10 Wochen in der Keltensiedlung und begannen damit, die Siedlung zu erhalten, d.h. Lehmwände neu zu verputzen, Dächer zu reparieren, Zäune neu zu bauen etc. Die Besucher waren begeistert davon endlich Leben in der Siedlung vorzufinden, Ansprechpartner für so viele Fragen vor Ort zu haben.

In jenem Sommer kam uns viel Presse besuchen, Zeitungen und auch die Landesschau waren vor Ort verteten: Kelten zum Anfassen! Das gefiehl den Leuten und auch uns!

Auch in einer Reportage der ZDF Sendereihe Terra X wurden wir einbezogen: „Der Chiemgau Komet - Stunde Null im Keltenreich“. Das Team von Miramedia, die diesen Teil drehen wollten, waren zusammen mit Arian, dem Kopf der Ulfhednar Gruppe, auf der Suche nach einem geeigneten Drehort. Sie liefen also durch unsere Siedlung, sahen sich alles genau an. Arian ging gleich auf Ralf zu, der auf der Stufe vor unserer Hütte saß und an einer Fibel arbeitete. Er blieb vor Ralf stehen, sah diesem einen Moment lang zu und fragte dann: "Und wer seid ihr? 

Ralf blickte hoch und sagte:„Wir sind die Kelten.“

Da noch Leute zur Umsetzung des Films gesucht wurden und wir uns auf der Altburg und in der Umgebung gut auskannten, wurden wir engagiert. Halfen beim Dreh, waren Statisten und schlossen wunderbare Freundschaften.

Als wir dann im September 2005 unsere Sachen packten und wieder in das „bürgerliche“ Leben zurückkehrten, war uns klar, dass wir wieder kommen würden.

Nach diesem erfolgreichen  Sommer haben wir beschlossen ein ganz neues, einzigartiges Projekt zu starten:

Das Projekt: lebendes Museum

Von März bis November 2006

Im April 2006 zog die Gruppe Treviri Keltoi wieder in die Keltensiedlung Altburg ein. Auf eigene Kosten, denn die kompletten Eintrittsgelder blieben in den Händen der Gemeinde. Das so eine Eigenfinanzierung nicht einfach ist, kann sich jeder vorstellen.

Wir arbeiteten an Instandsetzungen, führten Besuchergruppen und Schulklassen, kümmerten uns um unsere Tiere, zeigten keltischen Alltag.

Für Jugendgruppen boten wir einen besonderen Schultag bei den Kelten an: mit Schmuckherstellung, töpfern, weben und vielem anderem rund um keltisches Leben, Handwerk und Kunst.


Die im Jahr 2006 trotz aller Probleme und finanzieller Widrigkeiten von uns so hartnäckig durchgesetzte Belebung der Keltensiedlung Altburg hatte für uns folgende Gründe:

Das Freilichtmuseum Keltensiedlung Altburg, das auf historischem, sprich keltischem Boden steht, soll unbedingt erhalten bleiben. Der Zerfall muss gestoppt werden!

Der Tourismus in unserer strukturschwachen Region um den Sironaweg soll gefördert werden

 Gruppen, allen voran Jugendgruppen und Schulklassen sollen mit Spaß und allen Sinnen an Geschichte herangeführt werden

Wir hoffen, das wir mit unserem Engagement einen Stein ins Rollen gebracht haben und sich in Zukunft um den Erhalt der Keltensiedlung Altburg intensiv gekümmert wird!

 

copyrights by Treviri Keltoi, Simone Willrich